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Was man über den Hopfenmarkt wissen sollte

Hopfen ist ein Naturprodukt. Ja, das wissen wir alle. Aber trotzdem wäre es schön und vor allem hilfreich, wenn  Hopfen (und zwar genau die Sorten, die gerade gefragt sind) immer verfügbar wäre. Leider geht das nicht und vor allem das Jahr 2015 hat uns gezeigt, dass man immer mit einer schlechten Ernte rechnen muss. Nach einer spärlichen Ernte in Europa im Jahr 2015 wurden die Lagerhallen der Händler weitestgehend geleert und die Reserven aufgebraucht. Die klimatischen Bedingungen (starke Trockenheit) wirkten sich vor allem aber auch auf den Gehalt der Inhaltsstoffe im Hopfen aus. Die Bitterstoff- und Ölgehalte der Hopfensorten fielen stark unterdurchschnittlich aus und das führte zu einer Knappheit im Alphamarkt (das heißt es fehlte an der Menge an Alphasäure, die weltweit benötigt wird).

Schwieriger Start mit später Hoffnung

Die Situation im Hopfenmarkt ist wie immer spannend. Die starke Abhängigkeit vom Klima versetzt alle Marktteilnehmer, wie Pflanzer, Händler und Brauereien in eine stetige Anspannung.

Das Jahr 2016 startete kühl, jedoch konnte der Hopfen durch sehr gute Wachstumsbedingungen mit warmen Tagen bei hohen Niederschlagsmengen im Juli und August sehr gut wachsen und einen hohen Stand an Dolden ausbilden.

In Europa wurde endlich wieder eine langersehnte, überdurchschnittliche Ernte eingefahren. Da Hopfen sehr viel Wasser benötigt, um die Dolden auszubilden und auch ausreichend Alphasäure zu erzeugen, war der Regen im Sommer bitter nötig. Aber auch 2016 zeigte, wie viel Einfluss das Wetter auf den Hopfen hat. Während Ende August Anfang September die frühen Hopfensorten, wie Hallertauer Tradition und Mittelfrüh, mit besten Erträgen bereits gepflückt werden konnten, machte die im September aufkommende Hitze den späten Sorten zu schaffen. Insbesondere bei den Bittersorten haben die niederschlagsarmen und teilweise über 30°C warmen Tage zu Ertragseinbußen geführt. Während der Ernte gab es drei aufeinanderfolgende Wochen ohne Niederschläge, was den Hopfen empfindlich auch gegenüber Krankheiten machte. Zusammen mit dem Rückgang an Bittersorten in den USA, welcher der Nachfrage an Flavour Sorten geschuldet ist, führte dies zu einer Unterversorgung an Bitterhopfen am Weltmarkt. Damit verbunden ist auch eine von der Branche unerwartete Preissteigerung für Bitterhopfen aufgetreten. Hier kann man sehen, dass in dem sehr volatilen Markt die Preise im Ein- und Verkauf sehr schnell umschlagen können. Viele Brauer wollen auf bessere Preise warten und verpassen dadurch den richtigen Moment einzukaufen, weil sie erst dann kaufen, wenn es zu Lieferengpässen in gefragten Sorten kommt.

 

Deutschland, einst größter Hopfenerzeuger der Welt, kann auf eine sehr gute Ernte zurückblicken. Es wurden die Flächen um 4 % von 17.847 ha auf 18.599 ha erweitert. Die Ernte fiel mit einer Mehrmenge von 33,7 % im Vergleich zum Vorjahr insgesamt sehr stattlich aus. In Deutschland wurden in allen Anbaugebieten zusammen 42.766 t Hopfen geerntet.

In den USA wurden massiv die Flächen ausgeweitet, aber vor allem Flavourhopfen eingelegt. Flächen mit Bitterhopfen, wie Columbus, Zeus und Tomahawk wurden gerodet und mit Flavoursorten, wie Citra, Cascade und Simcoe neubepflanzt. Zusätzlich kamen einige Jungflächen mit Flavourhopfen hinzu. So wurden die Flächen von 18.478 ha auf 21.458 ha ausgeweitet. Zum ersten Mal ist damit die USA zum größten Hopfenproduzenten der Welt aufgestiegen. Da aber das Wachstum auf viele Jungflächen beruht und Hopfen erst im zweiten Jahr einen Vollertrag bringt fiel die Ernte mengenmäßig mit 40.789 t noch etwas geringer als in Deutschland aus. Dies könnte sich im nächsten Jahr dann ändern.

Trotz der überdurchschnittlichen Ernte und massiver Flächenausweitung in den USA und auch Europa, konnte die Nachfrage nach Hopfen gerademal befriedigend erfüllt werden. Es konnten keine neuen Lagerbestände aufgebaut werden und nun schauen wieder alle gespannt auf das Erntejahr 2017.

 

Ausblick 2017

In der südlichen Hemisphäre, wie zum Beispiel in Australien, ist der Hopfen für dieses Jahr bereits eingeholt. Da der Hopfen hauptsächlich auf der Nordhalbkugel angebaut wird, kommen nur überschaubare Mengen an Hopfen aus dem Süden auf den Markt. Dort ist trotz ebenfalls ansehnlicher Flächenerweiterung der Ertrag durchschnittlich geblieben. Insbesondere bei den sehr gefragten Sorten, wie Galaxy und Enigma konnten gerade die Verträge beliefert werden, so dass wieder keine Freimengen verfügbar sind.

In den USA und Europa wurden erneut die Flächen erweitert, was Hoffnung geben kann auf eine gute Verfügbarkeit zumindest bei den Flavourhopfen.

Auch dieses Jahr startete Europa aber wieder sehr kalt und der Hopfen lag in der Entwicklung etwas zurück. Jedoch holte der Hopfen auf und entwickelt sich normal. Insbesondere die vermehrte auftretenden Warmtage und damit verbunden die niedrigen Niederschläge machen dem Hopfen jedoch zu schaffen.

Wie man sieht: es bleibt weiter spannend und alle hoffen auf eine gute Ernte!

 

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